Sri Lanka – eine Insel mit indischer Tradition und englischem Flair





Es fing alles als Geschenk zum Abitur an; und so durfte ich im April 2013 zehn Tage nach Sri Lanka reisen. Und es war wundervoll!

Ich bin schon viel umher gereist, allerdings hautpsächlich in Europa. Also war Sri Lanka für mich ein außergewöhnliches Ziel. Weit weg und mit einer mir unbekannten Kultur.





Tag 1 und 2




Nach einem 13 Stunden langen Flug mit kurzem Zwischenstop landeten wir endlich am Flughafen in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas. Von da aus ging es mit dem Auto nochmal 4 Stunden weiter zu unserem Hotel nach Hikkaduwa im Südwesten der Insel.

Obwohl die Entfernungen eigentlich nicht so groß sind braucht, man wirklich ewig um von A nach B zu kommen, weil es hier in Sri Lanka eigentlich nur Landstraßen gibt. Und der Verkehr, sagen wir mal, etwas eigenwillig ist. Da ist das auf der linken Straßenseite fahren ja noch normal. Aber es wird ständig gehupt, dann laufen Kühe, sowie Hunde und Menschen einfach auf den Straßen herum; das Auto muss also um diese herumfahren. Außerdem ist hier auch das TucTuc ein weitverbreitetes Transportmittel, sowie der Roller. All das also zusammen auf einer Straße, da ist schonmal Chaos. Und dann gibt es hier kaum Verkehrsschilder oder Fahrspuraufzeichnungen und wenn überhaupt, nur in der Großstadt mal eine Ampel, oder einen Polizeibeamten, der den Verkehr regelt. Man fährt also einfach drauflos, hupt, überholt, wie es gerade passt und versucht, keine Kühe umzufahren! Ein ganz eigenes Erlebnis für sich und für mich schonmal der erste Kulturschock.
Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und unsere Reisegruppe hatte einen sehr guten Fahrer, sodass wir überall heil ankamen ohne einen Unfall zu bauen!

Blick vom Hotel Citrus - Hikkaduwa, Sri Lanka
Das Hotel Citrus in Hikkaduwa lag direkt am Strand, was wirklich sehr schön war. Hier im Südwesten der Insel lässt es sich hervorragend schnorcheln. Man kann ganz viele bunte, exotische Fische entdecken und neben Schildkröten schwimmen oder diese streicheln. Der Inidische Ozean kann zuweilen etwas launisch und stürmisch sein, aber man gewöhnt sich an den Wellengang, vergisst man ihn doch angesichts der wunderschönen Natur um einen herum.

Das Hotel war sehr angenehm, wir hatten beim ersten Aufenthalt ein Standard-Zimmer gebucht. Teilweise waren noch nicht alle Zimmer renoviert, aber das Hotel war insgesamt sehr gepflegt. Ein persönliches Highlight war für mich der offene Speisesaal. Mit nur einem Holzdach über einem konnte man morgens, sowie abends dem Rauschen des Ozenas zuhören und die frische Brise und außergewöhnliche Atmosphäre genießen.



Tag 3




Da wir eine Rundreise gebucht hatte, verblieben wir nur zwei Tage in diesem Hotel und starteten dann über Colombo in Richtung Mitte der Insel. Wir hatten einen tollen, deutschprachigen Reiseleiter! Man konnte ihn alles fragen und er erklärte wirklich sehr gut.

Elefantenwaisenhaus - Pinnawela, Sri Lanka
Den ersten Stop machten wir im Elefantenwaisenhaus in Pinnawela. Dies ist eine recht große Anlage, in der man sich frei bewegen und die Elefanten betrachten kann. Manchmal hat man auch die Möglichkeit, die schönen Tiere zu streicheln. Ich habe noch nie so viele Elefanten in freier, natürlicher Umgebung gesehen, das war wirklich etwas besonderes!











Sigiriya Village - Sigiriya, Sri Lanka
Nach diesem außergewöhnlichen Zwischenstopp ging es mit unserem kleinen Reisebusschen weiter ins Sigiriya Village, eine Hotelanlage nahe des „Königsfelsen“. Wir wohnten in urigen, wilden, einzelnen Bungalows. Überall wuchsen tropische Pflanzen und kleine Affen tummelten sich dazwischen. Ich habe mich wie in einer anderen Welt gefühlt.









In diesem Teil Sri Lankas herrscht ein sehr tropisches Klima, da die leichte Brise des Ozeans fehlt. Doch trotz des heißen, schwülen Klimas würde ich jedem dringend empfehlen, lange (helle) Kleidung zu tragen, wegen der Moskitos! Die Einheimischen machen das genauso und ich denke, da kann man sich gut orientieren.

 

Tag 4



Löwenfelsen - Sigiriya, Sri Lanka

Natürlich waren wir nicht nur des tropischen Klimas wegen nach Sigirya gefahren, sondern wir wollten uns den berühmten Löwenfelsen mit den Ruinen seiner historischen Felsenfestung ansehen. Doch gerade des Klimas wegen, mussten wir den Auflug dorthin sehr früh morgens (05.00h) starten, da zu dieser Zeit die Temperaturen wesentlich angenehmer sind, vor allem wenn man vor hat, einen Felsen zu besteigen.

Ausblick vom Königsfelsen - Sigiriya, Sri Lanka

Nach vielen schier endlos scheinenden Treppen kamen wir endlich oben an und hatten eine tolle Aussicht über das gesamte umgebende Land. 














Wolkenmädchen - Sigiriya, Sri Lanka
Außerdem fanden sich innen an die Felswand gemalt die berühmten Wolkenmädchen, die seit den 80ern, wie auch der gesamte Felsen, zum Weltkulturerbe gehören.











Tag 5



Ausblick auf Kandy, Sri Lanka
Am nächsten Tag brachen wir auf in Richtung Kandy, eine wunderschöne Stadt im Herzen von Sri Lanka. Hier war das Klima wieder etwas gemäßigter, obwohl immernoch tropisch natürlich. In Kandy waren wir im schicken Hotel Suisse untergebracht, das direkt am Lake Kandy liegt. Dieses Hotel im Kolinalstil war ein absolutes Kontrastprogramm zu dem vorherigen. Durch die herrliche Einrichtung und die vornhem gedeckten Tische fühlte man sich direkt in eine andere Zeit versetzt. Wir schliefen in einem großen Doppelbett mit Vorhängen und Staubvolants, das auf einem kleinen hölzernen Podest stand. Über eine Flügeltür aus Glas gelangte man auf einen kleinen Balkon mit Blick auf den Lake Kandy. Der Speisesaal war groß und nach oben offen mit einer Galerie.

Als wir die Stadt ein wenig erkundeten, fanden wir einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen tollen Blick auf die Stadt im zentralen Gebirge Sri Lankas hat.

Abends schauten wir uns dann eine Tanzgruppe an, die traditionelle Tänze aufführten. Es war bunt, laut und lebhaft! Denn begleitet wurden die Tänzer und Tänzerinnen von Trommeln und so etwas wie Tröten, die sehr effektiv Lärm machten. Anschließend gab es auch noch eine Art Feuershow. Ich fand es toll anzusehen, und sich dadurch mit der Kultur der Singhalesen auseinanderzusetzen.



Zahntempel in Kandy, Sri Lanka
Wenn man einmal in Kandy ist muss man sich auf jeden Fall den buddhistischen Zahntempel von Kandy ansehen: Sri Dalada Maligawa. Gemäß der Überlieferung wird hier der linke Eckzahn des historischen Buddha Siddhartha Gautama als Reliquie aufbewahrt. Diesen interessanten Tempel konnten wir, wie alle Gotteshäuser in Sri Lanka, nur mit Strümpfen bzw. barfuß betreten. Sowieso sollte man beim Betreten von Tempelanlagen passend gekleidet sein, also Arme, sowie Beine bedeckt haben.

Als wir drinnen waren haben wir uns in eine lange Schlange eingereiht, sie führte zum berühmten Zahn. Viele Menschen hatten Orchideenblüten als Opfergaben mitgberacht. Als wir endlich an der Reihe waren konnten wir einen kurzen Blick auf eine kostbare Schatulle, mit vielleicht etwas, das ein Zahn sein könnte, werfen.

Kandy ist eine schöne Stadt, die sich wunderbar in die sie umgebenden Hügel einbettet und ein angenehmes Klima hat, ich kann jedem nur empfehlen, hier mal einen Abstecher hin zu machen.




Tag 6



Von der Mitte der Insel bewegten wir uns wieder in Richtung Norden, nächster Stop: Nuwara Eliya.

Orcihdeen im Botanischen Garten - Peradeniya, Sri Lanka
Wenn man ein wenig Zeit mitbringt und sich vor den langen Autoreisen noch die Füße vertreten will, dem empfehle ich einen Stop im Botanischen Garten von Peradeniya zu machen. Er ist ca 60 Hektar groß und beherbergt über 4.000 verschiedene Pflanzenarten. Die exotische Vielfalt der Pflanzen dort fand ich wirklich erstaunlich.









Garten vor St. Andrew's - Nuwara Eliya, Sri Lanka
In Nuwara Eliya dann war das Wetter ganz anders, als im Rest des Landes. Die Luftfeuchtigkeit war nicht mehr so hoch und auch die Temperatur, mit durchschnittlichen 16°C, war gesunken. Als Mitteleuropäer also ein gewohntes Klima. Es war diesig, grau und hat sogar geregnet. Vielleicht haben die Briten deswegen hier im 19. Jahrhundert einen Erholungsort für britische Kolinialbeamte gegründet. Die Architektur der Kolinalzeit und vor allem der britische Einfluss zeigten sich überall im Stadtbild. Auch in unserem Hotel St. Andrew's. Eine imposante Anlage, mit gepflegtem schönen Garten. Innendrin klassische Möbel, viel dunkles Holz und Ölgemälde. Der Speisesaal war leider auch etwas dunkel, klein und gedrungen, aber urig. 
Obwohl ich dem Kolonialstil zugetan bin, fand ich doch, dass die imposanten Hotels irgendwie nicht in das doch ingsesamt eher ärmlich wirkende Stadtbild passten, vor allem den Golfplatz mit seinem akkurat geschnittenen Rasen empfand ich irgendwie skurril vor der Kulisse der teilweise mit Wellblächern gedeckten Häuser.



Teeplantagen im Hochland Sri Lankas
Nuwara Eliya liegt im Hochland der Insel, in dem überall Teeplantagen zu finden sind, da die Pflanzen hier sehr gut wachsen. Da Sri Lanka einer der größen Teeexportuere der Welt ist, haben wir uns natürlich die Teeplantagen angeschaut und uns in einer Fabrik die Verabreitungsschritte des Tees erklären lassen, um anschließend einen frischen original Ceylon-Tee zu probieren.






Wasserfall im Hochland Sri Lankas

Die Fahrt durch diese schönen und malerischen Teeplantagen war allerdings etwas beschwerlich. Es geht über kleine Bergstraßen mit sehr vielen Serpentinen rauf und runter durch die Berge, Übelkeit vorprogrammiert. Hat man es dann allerdings geschafft, bietet sich einem ein einmaliger Ablick. Saftig grüne Teepflanzen, soweit das Auge reicht, kunstvoll an den Hängen angeordnet. Und ab und zu wunderschöne Wasserfälle, die inmitten grüner Pflanzen wild in die Tiefe stürzen.






Tag 7



Sonnenaufgang in den Horton Plains, Sri Lanka

Nach diesen interessanten Erlebnissen, machten wir uns am Tag unserer Abreise Richtung Hikkaduwa wieder mal sehr früh, noch vor Sonnenaufgang, auf den Weg in die Horton Plains, einem Nationalpark im Hochland Sri Lankas.  













Horton Plains Nationalpark, Sri Lanka


Wir wanderten einige Stunden auf diesem hügeligen Plateau in circa 2200m. Die Fauna und Flora war wiedermal atemberaubend, eine Mischung aus feuchtem Grasland und immergrünem Bergregenwald. 







Es gibt viele Gewässer, an denen man entlang wandert.
Natürlich haben wir uns auch die 20m hohen Baker's Falls Wasserfälle angesehen.
Baker's Falls - Horton Plains, Sri Lanka



Big World's End - Horton Plains, Sri Lanka

Das Highlight unserer mehrstündigen Wanderung war aber das World's End. Ein steiler Abhang, von über 870m. Man konnte von hier sehr weit über das Land schauen, und bei sehr guten Wetterverhältnissen sollte man angeblich auch das Meer im Süden der Insel erkennen können.  










Was mir hier als Europäer, oder vielleicht sogar speziell als Deutscher auffiel, waren fehlende Absperrungen. Kein Geländer und keine gesicherte Plattform, um den steilen Abhang sicher zu betreten und den Ausblick zu genießen.

Nachdem wir ausreichend ausgepowert waren, traten wir unsere fast sieben stündige Reise zurück nach Hikkaduwa über Colombo an.





Tag 8 bis 10


Im Hotel Citrus in Hikkaduwa verbrachten wir nun noch drei schöne Tage, diesmal in einem der renovierten Zimmer im obersten Stock. Diese waren sehr großzügig und modern eingerichtet.


Hotel Citrus - Hikkaduwa, Sri Lanka

Wir entspannten am Hotelpool, in der heißen tropischen Sonne. Hier kann ich im Übrigen nur empfehlen Lichtschutzfaktor 50 aufzulegen und sich, wenn möglich, auch in den Schatten zu begeben. Wenn man so nah am Äquator ist, verbrennt die Sonne sonst wirklich jede Haut.
 

Außerdem gingen wir schnorcheln und haben am Strand sogar die Geburt von süßen kleinen Schildkröten und ihre Suche nach dem Weg ins Meer beobachtet.


Überall auf den Wegen unserer Rundreise sind uns immer wieder wilde Tiere begegnet, seien es Vögel, Warane oder Wasserbüffel. Ich fand es faszinierend, mitten durch die Natur zu fahren, sie, wie auf einer Sarfari, zu erfahren, zu sehen und zu begreifen.



Abschließend würde ich gerne noch etwas zum Essen sagen. In den Hotels, in denen wir untergrbacht waren, war das Essen immer sehr lecker. Es waren immer leckere, exotische, singhalesische Gerichte dabei, aber auch immer etwas mehr auf den europäischen Gaumen abgestimmtes, bzgl. der Schärfe. Ganz oft gab es ein Live-Cooking, speziell beim Fleisch, aber auch morgens beim Frühstück, konnte man sich zb im Hotel Citrus sein eigenes Omelette gestalten und frisch zubereiten lassen.

Doch auch wenn man in drei bis vier Sterne Hotels verkehrt, würde ich in diesen exotischen Ländern jedem raten, sich an diese drei einfachen Essesnregeln zu halten: Cook it, peel it, or forget it!



Leider ging auch dieser wunderschöne, exotische und interessante Urlaub einmal zu Ende. Und so flogen wir am zehnten Tag wieder in Richtung Heimat Deutschland. Im Gepäck viele tolle Einblicke in ein ganz anderes Land mit einer außergewöhnlichen Kultur.

Strand am Hotel Citrus - Hikkaduwa, Sri Lanka





Sonstiges Facts


Zeitverschiebung zu Deutschland: 4:30h (voraus)

Die beiden größten Ethnien und Religionen: Singhalesen: überwiegend Buddhisten;Tamilen: überwiegend Hinduisten

Durchschnittstemperatur: 28°C

Meine Reiseroute in Sri Lanka





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